Gestern Nacht hat Surya, die ewige Tänzerin des Himmels, beschlossen, auch mal im Norden vorbeizuschauen – und zwar direkt über unserem Dach. Polarlichter, mitten in Deutschland, grün-violett schimmernd wie ein von zehn tapfren Yogis aus voller Kehl angestimmtes Mantra aus Licht. Vielleicht war es der von oben gesandte Lohn für die noch am Abed fleißigst dargebrachten Sonnengrüße? Wissen kann man’s nicht.
Mit bloßen Auge praktisch nicht wahrnehmbar, konnte es gestern jedenfalls meine prima Mitbewohnerin mit ein ganz klein wenig Belichtungszeit festhalten.
Einfach wunderbar das Ganze. Tagsüber brennt Surya hoch oben, verbrennt Unwissenheit, schenkt uns Tapas und Klarheit. Und nachts? Da schickt sie ihre Botschaft als Aurora – als sanften, kosmischen Reminder: Dunkelheit ist nie das Ende, sondern des eigenen Lichtes Beginn. Ich sage es immer und erst recht seit dem erlebten Unbill der letzten Jahre: in Dunkelheit sei du das Licht.
Gestern noch erzählte ich es: Yoga ist eine naturphilosophische Betrachtung der Existenz. Wir sind nicht getrennt von diesem kosmischen Spiel. Wir sind Teil der Farbe, Teil der Bewegung, Teil der stillen Ekstase, die das All durchströmt.
Om Shanti aurora borealis.



