Der frohe Yogimann

Meine Bewunderung für große Dichtkunst macht sich im Wesentlichen fest an jenem großen Mann, dessen Wanderjahre allein schon mich in ihren Bann zu ziehen imstande gewesen sind. Der großartige Johann Wolfgang Goethe adelte das Wort, er liebte die Schönheit der Frauen, er war unabhängig, mitunter ambivaltent, leidenschaftlich und impulsiv konnte er sein, in rastloser Neugier trieb es ihn durchs Leben. Sein Herz, mit scharfem Blick wurde es des Schönen in der Welt gewahr. Wie könnt ich nicht und längst seit Zeiten des Goethe Follower sein. 😎

Wandern wie alle Tage, so passierte es auch heute. Bei gut einem Grad Celsius über dem Gefrierpunkt ging es auf meiner heimischen Rund ins Wanderrund. Sitzbänke in Gestalt wunderbar kreativer Holzkreationen säumten vom Neben weich gezeichneten Weg.

Die Wandergedichte vom guten Goethe? Ja, ich kenne sie alle, für Bescheidenheit ist hier freilich kein Raum. Doch mein Favorit unter den Wandergedichten soll für alle Zeit stammen aus der Feder des geschätzten Joseph von Eichendorff. Die diesen Zeilen innewohnende Wahrheit erschließt sich nur denen, welche sich vom zeitgenössisch-medialen Lug und Trug lösen, die organisierte Panikmache und Kriegslüsternheit als solche erkennen und diesen Schmutz von sich fernhalten. Bleib froh. Wandere, lache und esse und trinke und umarme.

Der frohe Wandersmann

Wem Gott will rechte Gunst erweisen,
Den schickt er in die weite Welt;
Dem will er seine Wunder weisen
In Berg und Wald und Strom und Feld.

Die Trägen, die zu Hause liegen,
Erquicket nicht das Morgenrot,
Sie wissen nur von Kinderwiegen,
Von Sorgen, Last und Not um Brot.

Die Bächlein von den Bergen springen,
Die Lerchen schwirren hoch vor Lust,
Was sollt‘ ich nicht mit ihnen singen
Aus voller Kehl‘ und frischer Brust?

Den lieben Gott laß‘ ich nur walten;
Der Bächlein, Lerchen, Wald und Feld
Und Erd‘ und Himmel will erhalten,
Hat auch mein‘ Sach‘ aufs best‘ bestellt!

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